Die Turnier-Disziplinen

Die Reiter gehören unterschiedlichen Klassen an: Jugendliche starten in der Jugend-Klasse (Youth), Amateure in der Amateur-Klasse (Non-Pro) und in der Offenen Klasse (Open) müssen professionelle Reiter und können Amateure starten.

 

Die Bezeichnungen „Junior“ und „Senior“ beziehen sich dagegen auf das Alter des Pferdes. In den Junior-Prüfungen starten drei bis fünfjährige Pferde, in den Seniorprüfungen Pferde ab einem Alter von sechs Jahren. Wird nicht nach Junior und Senior unterschieden, starten Pferde jedes Alters (ab drei Jahre) in einer gemeinsamen Disziplin namens All Ages.

 

Reining

 

Die Reining ist die Dressur der Westernreiter. Hier wird ein sorgsam ausgebildetes Pferd verlangt, das rasante Manöver wie die spektakulären Sliding Stops (gleitende Vollbremsung auf der Hinterhand aus dem vollen Galopp), flotte Spins (schnelle 360-Grad-Drehungen) und schnelle Roll Backs (180-Grad-Wendungen auf der Hinterhand) perfekt ausführt. Die Reining wird durchgehend im Galopp geritten und wird oft als die „Königsdisziplin“ des Westernreitens bezeichnet. Die einzelnen Elemente der Reining sind „Trockenübungen“, die das Pferd bei der Arbeit mit Rindern beherrschen muss. Die Reining

 

Cutting

 

Bei der Rinder-Disziplin Cutting hat der Reiter zweieinhalb Minuten Zeit, in eine Herde hineinzureiten, sich ein Rind auszusuchen und es dann von der Herde abzutrennen (to cut – schneiden). Hier demonstrieren die Pferde katzenhafte Bewegungen und besonders athletische Leistungen, um das Rind am Zurücklaufen zur Herde zu hindern. Jeder Reiter muss in der vorgeschriebenen Zeit mindestens zwei Rinder arbeiten. Bei der Arbeit darf der Reiter dem Pferd keine Hilfen geben. Den Pferden, die für das Cutting geeignet sind, ist der sogenannte „Cow Sense“ angeboren – der Instinkt, ein Rind „lesen“ zu können. Die Vorstellung eines gut arbeitenden Cuttingpferdes vergisst man so schnell nicht wieder … 

 

Working Cowhorse

 

Diese Rinder-Disziplin besteht aus zwei Teilen: Zuerst muss eine Reining-Aufgabe geritten werden, die so genannte „Dry Work“. Anschließend wird zur „Fence Work“ ein Rind in die Bahn gelassen, das von Pferd und Reiter kontrolliert werden muss. Der Reiter hat zwei Minuten Zeit, das Rind an der kurzen Seite der Bahn zu halten, an das Pferd zu gewöhnen und es dann an der langen Seite mindestens ein Mal in jede Richtung gegen die Bande zu wenden. Zum Schluss muss der Reiter das Rind in die Mitte der Bahn und dort zu einer „Acht“ treiben.

 

Reined Cow Horse

 

In der Reined Cow Horse wird das vielseitige Rinder-Arbeitspferd in den drei Disziplinen Herd Work (Cutting), Dry Work (Reining) und Fence Work (Working Cowhorse) vorgestellt. Die drei einzelnen Wertungen werden zu einem Gesamtscore zusammengezogen. Ausgetragen wird in Augsburg die Futurity dieses Wettbewerbs, also das Nachwuchs-Championat für drei- und vierjährige Pferde.

 

Trail

 

In dieser Prüfung sind die Pferde gefordert, sie müssen weitgehend selbständig einen Parcours mit mindestens sechs nachgestellten Gelände-Hindernissen bewältigen wie z.B.  eine Brücke, die vom Pferd vorsichtig und bereitwillig überquert werden muss. Oder am Boden liegende Stangen, die man sich als Unterholz im Wald vorstellen kann, ohne Berühren überschritten werden. Eine andere Übung ist das Rückwärtsrichten des Pferdes durch ein enges Stangen-L oder Stangen-U.

 

Western Pleasure

 

Der Name der Prüfung sagt alles: Es soll für den Reiter ein Vergnügen sein, das Pferd in den drei Grundgangarten am losen Zügel möglichst bequem und fließend zu reiten. Die Pferde werden nach ihren Gangarten und nach ihrer Bereitschaft beurteilt, die unsichtbaren Hilfen des Reiters sofort zu befolgen, was die Prüfung für den Zuschauer sehr mühelos erscheinen lässt.

 

Western Riding

 

Diese Klasse kann mit der alltäglichen Rancharbeit verglichen werden. Beurteilt wird die Leistung eines frei und leicht arbeitenden Ranchpferdes, das seinen Reiter bei der Arbeit ohne Anstrengung angenehm über Stock und Stein trägt. Ausschlaggebend für die Bewertung sind deshalb vor allem die zahlreichen fliegenden Galoppwechsel, die auf den Punkt genau zu absolvieren sind.

 

Western Horsemanship

 

Hier werden die Leistungen des Reiters beurteilt. Zur Bewertung kommen z.B. die Unterstützung und die Haltung des Reiters während der einzelnen Lektionen. Diese sind nicht spektakulär, dafür aber sehr anspruchsvoll. Die Prüfungsaufgabe besteht aus zwei Teilen: nach einer  kurzen, aber anspruchsvollen Einzelaufgabe folgt eine Pleasure-Prüfung.

 

Superhorse

 

Die Superhorse ist – wie der Name schon sagt – eine besonders schwere Disziplin, denn diese Prüfung enthält Elemente aus den vier Disziplinen Reining, Pleasure, Trail und Western Riding. Das Pferd muss dafür eine besondere Vielseitigkeit an den Tag legen. Das Superhorse ist eine von der EWU (Erste Westernreitunion Union Deutschland) entwickelte Disziplin.

 

Meerschweinchen-Ranch